_Schön hast du wieder auf diesen Blog gefunden. Leider bin ich diesen Monat etwas spät mit meinem Bericht. Also zwei Tage später als «normal». Meine Ausrede ist: Ich war zu viel Wald! Egal, wer in den Wald geht, braucht oft ein Messer. Wie hältst du es damit? Messer eher ja, oder doch eher nö!

Bild 1: Mein erstes Messer. SFr. 46.- hat mich das damals gekostet. Immer noch ein sehr gutes Messer, aber sehr selten im Einsatz. Hirschhorngriff vernietet, Buntmetall Parier Stange, Klinge im Griff verschraubt. Produziert in Solingen. Sehr schön gemacht.
_Im Februar Bericht habe ich meist Messer vorgestellt. Diesmal soll es auch um Messer gehen. Aber nicht um ein bestimmtes, sondern Messer im Allgemeinen. Ein Messer ist, zumindest aus meiner Sicht, das Werkzeug schlechthin. Zumindest im Wald. Wenn man sich Bilder von indigenen Völkern anschaut, sieht man oft Messer. Jedenfalls eher als irgendein anderes Werkzeug. Das sagt doch schon viel aus. Schon ein Taschenmesser ist oft sehr praktisch. Lange gehörte ein Messer zur Alltagsausrüstung, auch hier in Europa. In diesem Bericht möchte ich natürlich mehr auf Messer eingehen, die für den Bushcrafter relevant sind.
_Messer waren schon öfters ein Thema in diesem Blog
- Taschenmesser 2 tlg
- Survival Knife
- Messer von Joker
- Messerbausatz und Axt Schneideschutz selbst gemacht

Bild 2: Mein zweites Messer. SFr. 49.-. Ein Bowie Knife. Ebenfalls aus Solingen. Lange Klinge, sichere Parier Stange. Eigentlich ein Allzweckmesser. Jagd, Kampf und Arbeitsgerät. Sehr sauber verarbeitet, aber auch, vor allem was den Griff angeht, sehr einfach.
_Klingenmaterial: Es gibt natürlich verschiedene Materialien, die als Werkstoff für die Klinge in Frage kommen. Hier gehen wir auf zwei Stähle ein, die sich sehr gut eigenen. Wir hören oft von Kohlenstoffstahl. In der deutschen Sprache ist Stahl aber immer eine Mischung aus Eisen und Kohlenstoff (im englischen Sprachraum ist das anders, daher kommt das wohl auch). Das muss also nicht extra gesagt, resp. geschrieben werden. Und wenn wir schon beim Kohlenstoff sind, der ist wichtig für die Eigenschaft der Klinge. Mehr Kohlenstoff gleich mehr Härte. Aber irgendeinmal ist natürlich fertig und mehr bringt nicht mehr. Zudem muss man bedenken das mehr Härte auch mehr Bruchgefahr heisst. Es ist also nicht so einfach. Dann will man vielleicht noch rostfreien Stahl und was auch immer. Dazu noch folgendes. Rostender Stahl ist etwas schärfer als nicht rostender. Warum? Damit Stahl nicht rostet wird etwas Chrom beigemischt. Die kleinsten Teile des Chrom sind aber grösser als die kleinsten Teil des Stahl. Darum kann die Scheide nicht ganz so dünn werden. Das macht aber nicht viel aus und es gibt heute auch sehr gute Stahl- Legierungen die das fast wett machen.
Hier zwei Beispiele für Stähle und deren Anwendung.
- 14C28N (nordisch, rostfrei, z.B. Das Joker Nordico, Bild Nr. 10)
Ein sehr typischer Stahl für Messer im nordischen Styl. Die Klinge ist relativ dick, der Stahl recht hart und die Schneide ist über die ganze Flanke geschliffen. Das ergibt trotz der eher dicken Bauform eine sehr feine und scharfe Schneide. Und die relative Sprödheit der Klinge ist kein Problem, da die Klinge genügend Material hat. Die Schneide bleibt lange scharf, das nachschleifen ist dafür etwas arbeitsaufwändiger.
- Böhler N695 Stahl (rostfrei, z.B. Joker Bushcrafter , Bild Nr. 11)
Ein sehr guter Stahl der für viele Messerformen geeignet ist. Die Klinge ist recht dünner als bei den «nordischen» Messern (muss nicht sein. Es kann auch dicker sein). Die Schneide wird auf die Flanke noch drauf geschliffen. Das ergibt eine scharfe Klinge die auch einfacher nachzuschleifen ist als bei den «nordischen» Messern. Dafür ist diese meist auch schneller unscharf.
Beide Typen haben vor und Nachteile. Ich nutze beide und finde auch beide auf Ihre Art sehr gut. Es ist also Geschmacksache welchen Typ du einsetzen willst. Der Stahl und die Klingenform sollen einfach aufeinanderpassen. Dann passts!

Bild 3: Das war ein für meine damaligen Verhältnisse sehr teures Messer. Survival Messer waren damals schon fast in Mode. Auch dieses kommt aus Solingen und ist sehr robust und auch sehr gut zu handhaben. Zu gebrauchen wie das Bowie, mit hohlem Griff und Zubehör. Über dieses Messer habe ich mal einen separaten Bericht geschrieben!
_Material: Neben dem Stahl gibt es noch weiteres Material. Ich will nicht auf alle eingehen. Das würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Ich bevorzuge Leder für die Messerscheide. Ein natürliches und auch sehr robustes Material. Ich finde die einfach langlebiger und sie gefallen mir einfach besser. Leder ist halt etwas schwer. Kydex ist leicht und sicher auch sehr gut. Aber eben weniger mein Ding. Es gibt auch Messerscheiden aus Metall und Kunststoff. Beides nicht so mein Ding. Je nach Messer aber natürlich eine Überlegung wert.
Für den Griff mag ich Holz und Horn am liebsten. Auch hier weil diese natürlich und langlebig sind. Horn ist recht griffig und auch sehr schön. Holz ist einfach und angenehm zu halten. Es gibt auch einige künstliche Materialien, wie z.B. Micarta, die auch sehr gute Eigenschaften haben oder auch Mamut Stosszahn. Na ja, jedem das seine. Schwierig ist hier halt, der Griff kann sich gut anfühlen, beim arbeiten ist er aber dann doch nicht so angenehm. Mal will man das Messer weiter vorn halten, mal weiter hinten. Ein Griff, der nur eine Position zum halten erlaubt ist oft nicht so praktisch, wie es im ersten Moment scheint.
Für Parierstangen und der gleichen kommen manchmal auch Buntmetalle zum Einsatz. Das ist halt auch wieder etwas Geschmacksache. Egal welches Material du bevorzugst, das Messer muss dir gefallen und sollte anständig verarbeitet sein.

Bild 4: Dieses Messer ist aus Russland. Sehr schön gemacht, sehr Handlich und auch ein gutes Allzweckmesser.
_Messer- Typen: Es gibt viele Messer für ganz verschiedene Arbeiten. Für Arbeiten, die man viel machen muss sollte man auch das entsprechende Messer einsetzen. Meist haben wir aber allerlei unterschiedliche Tätigkeiten, die wir mit einem Messer machen wollen. Und das geht meist auch ganz gut.
Skandimesser: (Bild Nr. 10, Bild Nr. 9 mitte und unten) Ein Messer dieser «Art» ist eine gute Wahl für viele Sachen. Scharf, das ist eine recht gute Zusammenfassung für diese Messer. Weiter oben beschreibe ich schon, warum die so gut schneiden. Grundsätzlich sind diese Messer für sehr viele Tätigkeiten im Wald zu gebrauchen. Meist relativ schlicht, aber sehr funktional. Die traditionelle Form, oft , auch «Lappländer» genannt sind sehr einfach und, und das ist für mich doch eher erstaunlich, ohne Handschutz. Scharf und kein Handschutz ist meist keine gute Kombination. Muss aber zugeben das ich damit noch keine schlechten Erfahrungen gemacht habe. Es geht also auch so.
Bushcraftmesser: Unter diese Kategorie können viele Messer fallen, denn eigentlich sind viele Messertypen geeignet so genannt zu werden. Vielseitig und robust sind sicher die Schlagworte die für diese Art von Schneidewerkzeugen.

Bild 5: Mal ein Messer mit Kunststoffgriff und Keydex Scheide. Sonst habe ich lieber Horn, Holz und Leder. Das Messer ist nicht schlecht. Aber so richtig überzeugt es mich leider nicht. Das liegt natürlich nicht an den Materialien sondern an der Art wie es gemacht ist.
Survival Messer: (Bild Nr. 3) Die waren mal total angesagt. Oft waren die «Zutaten» wichtiger als das Messer selbst. Aber das heisst nicht, dass das in jedem Fall so war. Mein Survival Messer ist noch im Einsatz. Und ich bin auch sehr zufrieden damit. Ein gutes Messer ist einfach ein gutes Messer.
Oft waren die Messer mit hohlem Griff und zusätzlichem Material in einer Tasche an der Messerscheide ausgestatet. Bei den guten Messern hatte auch die zusätzliche Ausrüstung eine gute Qualität.
Jagdmesser: Diese Messer sind vor allem für das aufbrechen von erlegtem Wild gemacht. Aber auch für viele andere Arbeiten sind diese Messer sehr gut geeignet. Es gibt auch spezielle Messer fürs abfangen von Wild, aber damit wollen wir uns hier nicht extra befassen. Ein normales Jagdmesser ist auch als Messer fürs Bushcraften zu gebrauchen. Meist sind es auch recht schöne Messer, das nur so als Bemerkung.

Bild 6: Ein etwas teureres Messer und auch entsprechende Top verarbeitet. Das Messer ist von Citadel, sehr scharf, eher schwer, aber auch sehr handlich und schön. Sicher eine Empfehlung.

Bild 7: Ein eher günstiges Messer. Daher ist die Verarbeitung nicht top. Das Messer ist jedoch absolut ausreichend fürs bushraften. Einfach, günstig, gut!
Filetier Messer: Ein Beispiel für ein sehr spezialisiertes Messer. Um Fische fein zu filetieren ein top Sache. Für andere Arbeiten aber nicht so top und fürs Bushcraften weniger geeignet.
Bowie Knife: (Bild Nr. 2) Ein Klassiker unter den Outdoor Messern. Eine lange Klinge, guter Handschutz. Neben der scharfen Schneide ist auch der Klingenrücken ein stück weit geschliffen. Insgesamt kein Leichtgewicht. Das ergibt ein gutes Kampf, Jagd und Allrounder Messer. Es gibt viele Mythen um dieses Messer. Was wirklich stimmt, man weiss es nicht. Spielt aber keine Rolle. Ein Bowie Knife ist immer eine gute Wahl!

Bild 8: Eine durchgehende Klinge ist nicht immer zwingend auch voll aus Stahl. Das hat natürlich Vorteile beim Gewicht und ist dennoch sehr stabil. Aber wie man sieht ist durchgehend nicht immer «durchgehend».

Bild 9: Die Messer von Joker habe ich in einem separaten Bericht schon vorgestellt. Von denen bin ich immer noch überzeugt und benutze diese auch gerne.
Pfadi Messer: (Bild Nr. 1) Oder auch Fahrtenmesser war eine Kategorie, die wir früher kannten. Eigentlich sind das Messer wie mein Erstes Messer. Also gute Outdoormesser und immer noch aktuell. Ehrlich gesagt finde ich dieses und ähnliche Messer immer noch top. Schön scharf, schön, handlich und vielseitig.
Weitere Messer: Es gibt viele Arten von Schneidewerkzeugen und wir mögen es alles genau zu Kategorisieren und Schubladisieren. Aber es ist eigentlich nicht so schwer. Ein gutes Messer ist einfach ein gutes Messer. Scharf, schlicht, handlich PUNKT

Bild 10: Ein Beispiel für ein «nordisches» Messer mit hartem 14C28N Stahl.

Bild 11: Und hier ein Messer mit eher weichem Böhler N695 Stahl. Ein typisches Bushcrafter Messer.
_Was ist sonst noch wichtig. Natürlich hat auch die Schweiz ein Waffengesetz. In unserem Land sind Messer grundsätzlich erlaubt. Die Länge ist egal. Es darf einfach kein Dolch sein (symmetrische Klinge). Aber ansonsten, ob lang, kurz, Kampf, Surivival oder was auch immer, alles erlaubt.
Eine sehr gute Übersicht liefert dieser Link: Waffengesetz 18
Fazit: Es gibt sicher noch viel mehr über Messer zu sagen. Aber für einen guten Überblick sollte das hier sicher reichen.
Welches Messer ist dein Favorit? Ich wäre sehr Interessiert das zu erfahren. Schreibe mir bitte einen Kommentar!
Viel (nachhaltigen) Spass in der Natur,
Urs
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