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_Eigentlich wollte ich einen Bericht über eine Schneeschuhwanderung um Bellelay (Berner Jura) schreiben. Die war zwischen Weihnachten und Neujahr geplant. Leider war aber nichts mit Schnee.
Natürlich kann man auch ohne Schnee die Schneeschuhe anziehen und wandern, aber macht das Sinn? Aber es gibt natürlich noch Alternativen ohne Schneeschuhe.

Bild 1: Im Aufstieg Richtung Bättlerchuchi.
_Die Alternative war eine Wanderung von Wiedlisbach nach Oberbipp. Die beiden Dörfer liegen eigentlich gleich nebeneinander. Es lohnt sich aber einen kleinen Umweg über Bättlerchuchi und Hellchöpfli (wird manchmal Hällchöpfli, Höllchöpfli oder eben Hellchöpfli genannt) zu machen. Der Aufstieg via Rumisberg und Farnern ist recht anspruchsvoll. Es geht zuerst mal für einige Zeit nach oben. Die Ankunft in der Bättlerchuchi entlohnt aber bereits für die Anstrengung. Ein sehr spezieller Ort. Man ist hier nie alleine, es hat hier immer ein paar Menschen. Es gefällt wohl nicht nur mir hier. Der Übergang war schon zu römischer Zeit und wohl auch schon davor in Gebrauch. Der Name stammt wohl aus der Zeit als ärmere Leute aus dem Thal sich hier auf dem Rückweg vom Mittelland getroffen haben und zusammen etwas gekocht haben. Im Mittelland waren sie als Taglöhner, Bettler und was auch immer unterwegs. Das ist jedoch schon etwas länger her und nur der Name erinnert noch daran.

Bild 2: Die Bättlerchuchi, das erste Ziel dieser Wanderung, ist erreicht. Ein schöner Fleck im Berner Jura. Ein Durchgang zwischen diesen hohen Felsen der wie aus dem nichts auftaucht.
Von da geht es weiter auf die Schmiedenmatt und Richtung Hinteregg. Unterwegs ist noch eine «Herde» von neun Gämsen am äsen. Die lassen sich weder von mir noch von meinem Hund stören und essen gelassen weiter. Es ist halt nicht Jagdsaison. Bald geht es hoch zum Hellchöpfli und somit zum höchsten Punkt der Tour (1224 m). Der Aufstieg ist steil und anstrengend. Aber durchaus zu meistern. Oben wird man, wenn man es noch nicht kennt, von einem Zaun überrascht. Das Militär unterhält hier eine Anlage und die ist mit einem Zaun gut gesichert. Nach wenigen Metern ist der Zaun aber vorbei und man läuft nun ein schönes Stück auf der Krete. Ausblicke über das Mittelland bis in die Alpen und manchmal auch weit in den Jura hinein entlohnen für den Aufstieg.

Bild 3: Ein kleine Gämsen- Herde. Die haben sich nicht stören lassen und fröhlich gegrast. Ein doch eher seltener Anblick. Schon nur dafür hat sich die Wanderung gelohnt.
Das geht so bis man die Schwengimatt erreicht. Hier blies ein kalter Wind. Der Picknickplatz oberhalb der Schwengimatt war aber so schön, dass ich mir dennoch eine kleine Pause mit warmem Tee aus der Thermosflasche, Banane und Riegel gegönnt habe. Aber warm anziehen und sich etwas vor dem Wind schützen war bitter nötig. Von hier an ging es nur noch runter. Also nicht mit mir, sondern mit der Wanderung. Eigentlich war mein Plan nach Oensingen abzusteigen. Habe aber entschlossen Richtung Oberbipp den Berg runter zu laufen. Der Abstieg war Jura Typisch mit vielen Buchen und einigen Fichten bestückt. An einer sonnigen und warmen Stelle gab es noch viele Kiefern zur Abwechslung. Von Wolfisberg an war der Weg geteert. Das war aber das Einzige was nicht so optimal war. Ansonsten war es ein guter Entscheid diesen Weg gewählt zu haben. In Oberbipp gibt es einige alte und sehr gut erhaltene Gebäude zu sehen. Bei der Kirche, die auch sehenswert ist, gibt es noch ein Dolmen zu besichtigen. Der wurde mal weiter unten im Dorf gefunden. Von dort aus ist es nicht mehr weit zum Bahnhof der das Ende meiner Wanderung, aber nicht das Ende meiner Reise, bedeutet.

Bild 4: Der Aufstieg zum Hellchöpfli ist recht steil. Ich bin zwar nicht schwindelfrei, aber das geht noch recht gut. Dennoch sollte man den Kopf bei der Sache haben.

Bild 5: Vor vielen Jahren bin ich schon mal hier hoch. Muss aber gestehen das ich es nicht mehr so in Erinnerung hatte. Es war also höchste Zeit wieder einmal hier hoch zu gehen.

Bild 6: Wenn man denkt es geschafft zu haben, kommt noch einmal ein kleiner Anstieg der überwunden werden muss. Dann ist man aber endgültig am höchsten Punkt der Tour angelangt.
_Tipps: Ein paar Sachen können eine solche Wanderung angenehmer machen. Z.B eine Thermosflasche gefüllt mit warmem Tee. Etwas Warmes zum trinken ist einfach angenehmer als kaltes Wasser. Das geht natürlich auch, aber Hals und Magen danken es. Dann gehört immer eine Regenjacke in den Rucksack. Die hält auch den Wind ab. Auch wenn nicht mit Regen zu rechnen ist, ist eine Jacke immer eine praktische Sache und immer in meinem Rucksack. Wie anspruchsvoller die Wanderung desto wichtiger eine Regenjacke. Wenn damit zu rechnen ist, dass es kalt werden könnte, ist eine Mütze (unbedingt) und Handschuhe (optional) sehr empfehlenswert. Auch einen Reserve Pullover oder eine Weste sind zu empfehlen. Aber nicht zwingend bei diesen doch relativ angenehmen Temperaturen.

Bild 7: Auf einer Wanderung kann man vieles erleben und sehen. Zum Beispiel solche Wurzeln. Ein Kunstwerk das nur die Natur in solcher Schönheit erschaffen kann.

Bild 8: Immer wieder gibt es schöne Aussichten. Auf dem Foto kommt es nicht so gut zur Geltung. In Wirklichkeit sind die Alpen besser zu sehen. Meine Kompaktkamera kann das leider nicht besser einfangen.

Bild 9: Richtung Schwengimat. Auch hier ist alles sehr nass und rutschig.
Was ich bei dieser Wanderung nicht dabei hatte war eine Lampe. Am besten eine Stirnlampe. Dann bleiben die Hände frei. In den Wintermonaten wird es früh dunkel und das kann unangenehm werden. Wandern bei Dunkelheit, ohne Lichtquelle, ist ein häufiger Grund für Unfälle. Auch mit einer Lampe hat man sich im Dunkeln schnell mal verlaufen oder man stolpert und verletzt sich unglücklich. Man sollte das nicht unterschätzen. Was ich auch nicht dabei hatte war eine Karte oder ein anderes Navigationsmittel. Die Gegend ist sehr gut mit Wanderwegweisern ausgeschildert und ich kenne mich in der Region recht gut aus. Nicht das ich jeden Weg kenne, aber doch sehr viele. Grundsätzlich immer im Rucksack sollte auch ein Erstehilfeset sein. Auch sehr praktisch ist ein Handy. Normalerweise im Flugmodus, aber für den Notfall sehr praktisch. Vor allem in einer Region die eine gute Netzabdeckung hat.

Bild 10: Ein schöner Platz für eine Rast. Sonnig aber auch sehr windig.

Bild 11: Viel Platz braucht man ja nicht für eine Rast. Einzig der Wind macht das ganze zu einer kühlen Angelegenheit. Wenn man bedenkt das es Januar ist, kann man sich aber echt nicht beklagen über die Temperatur!

Bild 12: Weil es so schön ist gleich noch ein Foto von etwas weiter oben auf diesem Hügel der sich eigentlich Usserberg nennt und mit 1095 m doch recht hoch ist.
_Fazit: Für Januar war es doch recht angenehm. Natürlich waren einige Abschnitte nass und somit auch rutschig. Aber es gab auch sehr trockene Wege. Oben wehte zudem ein kalter Wind. Wo es Windgeschützt war, war es aber doch relativ warm. Vor allem wenn man bedenkt das es eigentlich noch Januar ist. Landschaftlich finde ich die Gegend sehr schön und sicher eine Wanderung wert.
Der Aufstieg, vor allem aber Abstieg war recht steil und ging recht in die Knochen, oder besser gesagt in die Muskeln. Aber eben, ist es zu hart, bin ich zu weich. Darum danke für die Anstrengung!

Bild 13: Im Abstieg kommt man auch an dieser schönen, sonnigen und mit Kiefern bewachsenen Stelle vorbei.

Bild 14: Auf dem Friedhof in Oberbipp kann man ein Dolmengrab bestaunen. Das wurde etwas weiter unten im Dorf gefunden und später hier wieder aufgebaut. Ich dachte mir, wenn ich schon mal hier bin schaue ich mir das auch gleich noch an.
Kennst du die Gegend? Warst du auch schon hier unterwegs. Schreibe mir doch einen Kommentar. Würde mich interessieren welchen Weg du genommen hast und wie es dir gefallen hat!
Viel (nachhaltigen) Spass in der Natur,
Urs
Link auf Karte als PDF: Höllchöpfli.pdf
Link auf GPS-Track: Höllchöpfli.zip
Länge | 18.46 Km | LKm | 28.3 |
Auf-/Abstieg | 984 m / 975 m | Zeit | 5 h 56 min |
Min/max Höhe | 471 m / 1224 m | Start / Ziel | Wiedlisbach / Oberbipp |
Anreise |
Mit dem «Bipperlisi» von Oensingen oder Solothurn nach Wiedlisbach. Solothurn und Oensingen sind mit dem Schnellzug gut zu erreichen. Mit dem Auto kann man auf der Autobahn bis zur Ausfahrt Wiedlsbach/Wangen a.A. fahren. Vom Ziel kann man mit dem «Bipperlisi» zurück nach Wiedlsbach fahren. |
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