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Bushcraft Schweiz Online

_Hallo lieber Leser, schön bist du wieder auf diesem Blog und liest meinen geschriebenen Bericht! Schon der Bericht davor war eine Wanderung von 26 summits und auch diese gehört zu diesen Wandervorschlägen. Eigentlich war ein anderer Bericht geplant. Aber in der letzten Zeit habe ich relativ viel Zeit am See beim Fischen, im Jura beim Wandern und beim Swiss Classic Biwak (OK, das waren «nur» vier Tage) verbracht. Darum noch eine kleine Wanderung. Gleich vorweg. Die Wanderung erfordert Trittsicherheit. Gutes Schuhwerk ist nicht Pflicht, aber sehr zu empfehlen.

Bild 1: Ein Bild von unterwegs. Entstanden im Aufstieg von Langenbruck Richtung Belchen.

Bild 2: Noch ein Bild von unterwegs, kurz nach dem Belchen, unweit des Chilchzimmersattels.

_Man kommt bei diesem Ausflug an mehreren historischen Plätzen vorbei. Der Start ist in Langenbruck, wo sich auch die Passhöhe dieses seit der Römerzeit (also schon viel länger natürlich) wichtigen Juraüberganges befindet. Da das Gebiet hier sehr sumpfig war wurde der Weg mit langen Hölzern und Spänen wegbargemacht. Das sah wie eine «lange Brücke» aus. Daher soll der Name Langenbruck kommen. Nicht weit weg ist auch das Kloster Schöntal, das wir aber nicht besuchen. In der Region Belchen und Spitzenflüeli kommen wir an mehreren Überresten der Fortifikation Hauenstein vorbei. Während des ersten Weltkriegs war hier eine der beiden grössten Wehranlagen der Schweiz beheimatet. Die Dimensionen dieser Anlage sind für unsere Massstäbe gigantisch. Oder sagen wir, sehr gross. Mit dieser Anlage sollte möglichen Eindringlingen der Weg nach Bern versperrt, und der Eisenbahnknotenpunkt Olten geschützt werden. Es scheint geklappt zu haben denn wie wir heute wissen gab es Pläne der Franzosen über die Schweiz Süddeutschland anzugreifen.

Bild 3: Ordnung muss sein? Keine Ahnung warum die Bäume hier nummeriert hat.

Weiter kommen wir an der Gerstelfluh Wehranlage vorbei. Leider ist davon aber nichts mehr zu sehen. Von der Jungsteinzeit über die Bronzezeit, Eisenzeit, Antike bis ins Mittelalter war dieser Ort besiedelt, z. B. mit einer Burg, oder zumindest sehr viel frequentiert. Man glaubt auch das hier ein Heiligtum der Kelten gewesen sein soll. Ein Besuch wert ist auch die mittelalterlichen Festung Waldenburg, oder was davon noch übrig ist, und zum Schluss, aus meiner Sicht sehr schön, das Städtchen Waldenburg. Das ist sowieso einen Besuch wert!

Bild 4: Oben ist eine Anlage der Fortifikation Hauenstein zu sehen. Es hat viele solcher Überreste auf dieser Wanderung.

Bild 5: Die Wanderung ist Weiss-Rot-Weiss markiert. Wie man aber sehen kann durchaus begehbar.

_Nun aber zur Wanderung. Darum geht es hier ja eigentlich. Der Start ist in Langenbruck das einfach mit dem ÖV, aber auch mit dem individual Verkehr, erreichbar ist. Zuerst geht es hoch Richtung Gwidem und Belchenfluh. Es geht also gleich mit Höhenmetern zur Sache. Dafür wird man auf der Belchenflue mit einer doch recht imposanten Weitsicht belohnt. Von den Alpen bis in den Schwarzwald kann man seinen Blick schweifen lassen. Dann geht es weiter über das Spitzenflüeli Richtung Lauchfluh Ab Rehhag muss man schon etwas aufpassen. Der Weg ist gut zu laufen. Aber nicht ganz ungefährlich. Es lohnt ich also sich etwas auf den Weg zu konzentrieren.

Bild 6: Der Weg führt über die sehr schöne Gerstelflue.

Bild 7: Ein schönes Plätzchen. Was man heute nicht mehr sehen kann, hier stand mal eine Befestigung. Von der Steinzeit über die Bronze und Eisenzeit bis ins Mittelalter war diese Stelle bewohnt.

_Weiter unten, es geht schon gegen die Runie Waldenburg zu, liegen viele Bäume auf dem Weg (Ende August 2023). Einiges war schon weggeräumt oder konnte mit ein paar akrobatischen Verrenkungsübungen überwunden werden. Oft geht es recht steil runter und bei nassen Verhältnissen ist die Strecke schon anspruchsvoll. Gegen Ende kommt man zur Runie Waldenburg und dann geht es auf einem steilen Weg runter nach Waldenburg. Das Städtchen würde ich unbedingt auch anschauen gehen. Klein aber fein.

Bild 8: Auch dieses natürliche Fenster war Teil der Wehranlage Gerstelflue.

_Am Start in Langenbruck und im Ziel in Waldenburg kann man ein Restaurant aufsuchen. Unterwegs gibt es beim Dürstel oder auf dem Chilchzimmersattel eine Möglichkeit etwas zu trinken. Wasser nachfüllen ist unterwegs schwierig. Keine Brunnen und keine Quellen.

Bild 9: Diverse Bäume erschweren das durchkommen. Aber wo ein Wille, da ein Weg!

_Fazit: Die Strecke ist auf jeden Fall eine Wanderung wert und bietet viel auf einer doch überschaubaren Distanz. Das ist jedenfalls meine Einschätzung. Die Wanderung ist kein Geheimtipp! Eine Wanderautobahn ist es aber auch nicht. Schöne Natur, super Aussichten und vieles zu entdecken. Wer etwas mehr laufen will, kann noch von Waldenburg nach Langenbruck laufen. Dann hat man auch gleich den Bus gespart.

Bild 10: Die Runie Waldenburg mit hohem Aussichtsturm.

Bild 11: Und der krönende Abschluss dieser Wanderung: Das schöne Städtchen Waldenburg.

_Kennst du diese Wanderung und bist du diese schon gelaufen? Wie hat diese dir gefallen und was habe ich vergessen zu erwähnen? Schreibe mir einen Kommentar. Das würde mich freuen!

Viel (nachhaltigen) Spass in der Natur,

Urs

Link auf Karte als PDF: Langenbruck Waldenburg

Link auf GPS-Track: Langenbruck Waldenburg

Länge 11,9 Km LKm 17
Auf-/Abstieg 535 m / 608 m Zeit 4 h
Min/max Höhe 515 m / 1056 m Start / Ziel Langenbruck / Waldenburg
Anreise Entweder mit dem Auto über Oensingen – Balsthal oder via Liestal Waldenburg.

Mit dem ÖV entweder den Zug nach Oensingen nehmen. Dann umsteigen auf den Zug nach Balsthal. Dann mit dem Bus nach Langenbruck. Von Norden her mit dem Zug nach Liestal und dann mit dem Bus nach Waldenburg und dann umsteigen auf den Bus nach Langenbruck.

Auch wer mit dem eigenen Fahrzeug anreist muss am Schluss wieder von Waldenburg mit Langenbruck kommen. Das kann man mit dem Bus, der alle Stunde fährt, oder zu Fuss, falls man noch etwas mehr laufen möchte.

Schwierigkeit Bei gutem Wetter einfache (Weiss-Rot-Weiss) Wanderung. Bei nassem und rutschigem Boden sollte man trittsicher sein. Die Wanderung ist eher kurz, hat aber schon ein paar Höhenmeter.