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_Eine Bügelsäge ist eine gute Sache! Zumindest wenn man die gebrauchen will, aber nicht, wenn man diese transportieren muss. Darum möchte ich hier zwei Methoden vorstellen, die uns helfen sollen, das Transportproblem zu lösen. Für viele Arbeiten ist eine Bügelsäge einfach sehr praktisch. Für vieles reicht auch eine Klappsäge. Aber eben nicht für alles. Manchmal muss es einfach etwas mehr sein.

Bild 1: Alles was man braucht um eine einfache Bügelsäge zu bauen. Sägeblatt, Messer und Säge(die ist schon optional, das Messer würde reichen).
_Variante einfach
Wenn es mal etwas schneller gehen muss, ist diese Variante einfach und sehr effektiv. neben dem Sägeblatt und zwei kleinen Hölzchen braucht es noch einen etwa 150 cm langen Stock. Den findet man schnell bei einem Haselstrauch. Ca. 2 – 3 cm dick sollt dieser sein. Eher 3 als 2 cm. Sobald man sich ein solches Stück besorgt hat, sollte man den Ast mal etwas vor biegen. Sonst bricht er nachher beim Biegen. Entweder man drückt den «einfach» zusammen oder man nimmt einen Baum zu Hilfe und versucht den Ast daran etwas zu biegen. Dann kann man zwei Schlitze machen, in die das Sägeblatt kommt. Das macht man am besten mit einer Säge (das geht natürlich auch gleich mit dem Sägeblatt) oder mit dem Messer «spalten», so habe ich das gemacht. Mit Schnur kann man den Ast daran hindern, dass er sich noch mehr spaltet. Nun das eine Ende des Sägeblattest in den Schlitz einführen und mit einem kleinen Hölzchen sichern. Jetzt kommt der schwierige Teil. Nun muss das Holz so gebogen werden, dass man das Sägeblatt in den anderen Schlitz bekommt und man auch dort das Ganze mit einem kleinen Hölzchen sichern kann. Das geht eventuell nicht so einfach und ist wohl der mühsamste Teil der ganzen Erstellung. Ist das aber gemacht ist man bereits fertig. Und los geht’s mit sagen! Ach ja, die beiden Schlitze sollten so sein, dass das Sägeblatt in einer Linie eingeklemmt werden kann.

Bild 2: Auf beiden Seiten einen Spalt machen. Die müssen in der selben Flucht sein, sonst passt dann das Sägeblatt nicht hinein.
Im Buch „Dein Messer, der Wald und Du – Mach den Wald zum Wohnzimmer von Thomas Rall“ ist das sehr gut beschrieben. Der Autor dieses Buches hat auch einen guten Beitrag auf Youtube zum bau einer solchen Säge.

Bild 3: Eine Kerbe hält den Splint der wiederum das Sägeblatt hält.

Bild 4: So einfach und so praktisch. Der Ast ist eher knapp im Durchmesser, dürfte also etwas dicker sein. Aber es klappt auch so sehr gut.
_Variante nicht ganz so einfach
Eine etwas aufwändigere Methode ist der Bau einer etwas schöneren Rahmensäge. Die kann man noch schöner machen, aber wir wollen mal nicht übertreiben und begnügen uns mit einer Standartvariante, die aber ihren Zweck erfüllt. Gleich wie oben benötigen wir zuerst mal ein Sägeblatt. In meinem Fall ist es dasselbe wie für die Säge oben. Dann braucht es einen Stock der etwa doppelt so lange ist wie das Sägeblatt. Dafür habe ich ein schönes Stück von einer Birke gefunden. Die Birke ist ein weiches Holz, was mir die Arbeit etwas vereinfacht.

Bild 5: Mit meinem kleinen Beil bearbeite ich die Äste. Das macht alles etwas handlicher und spart Gewicht.
Vom dickeren Ende fange ich an die beiden vertikalen Stücke abzusägen (etwas länger als die Hälfte des Sägeblattes). Die Rinde entferne ich und behalte die als Zunder (mehr dazu hier).

Bild 6: Die Rinde behalte ich. Das ist einer der besten Zunder!
Dann mache ich das selbe mit dem Rest des Astes. Dann arbeite ich beim Mittelstück einen «Zapfen» aus. Das ist recht einfach. Bei den beiden Seitenstücken arbeite ich eine Fläche aus, in die dann die Löcher für die Zapfen kommen. Das gibt dann doch noch etwas zu tuen. Wenn denn alles Passt kommt bei den Seitenstücken auf einer Seite ein Schlitz für das Sägeblatt und Kerben, um das Sägeblatt zu halten. Auf der anderen Seite gibt es je eine Kerbe für die Schnur. Die Schlitze für das Sägeblatt mache ich mit dem Sägeblatt. Dann passt es dann auch bestimmt. Das Mittelstück ist noch zu lange. Also abschneiden und auch hier einen Zapfen ausarbeiten. Den Rest des Astes brauch ich, um die Schnur zu spannen. Das zusammenbauen der Rahmensäge ist beim ersten Mal etwas fummelig. Geht aber nach kurzem üben doch recht schnell. Auch hier wird das Sägeblatt von zwei kleinen Holzstiften gehalten. Das geht ebenfalls sehr einfach und zuverlässig.

Bild 7: Hier die schon recht bearbeiteten Teile der Säge. Man kann schon gut die beiden Seiten und das Mittelteil, das noch viel zu lang ist, erkennen.
_Test: Bei der einfachen Variante habe ich einen relativ dünnen Ast genommen. Das geht gut, wenn man nicht zu dicke Äste durchtrennen will. Für sehr kräftige Arbeiten muss es auch ein dickerer Ast sein, der die Bügelsäge bildet. Sonst hat das Sägeblatt zu wenig Spannung und biegt sich bei druck durch. Aber grundsätzlich funktioniert die Säge sehr gut.
Wie ist die Rahmensäge in der Handhabung? Ehrlich gesagt hat mich die überrascht. Die sägt wirklich gut. Liegt gut in der Hand und sägt schnell und präzise! Eine gekaufte kann das nicht besser. Lohnt sich der Mehraufwand für die Rahmensäge? Ja, absolut. Um mal etwas durchzusägen, reicht die einfache Variante. Will man aber etwas mehr sägen ist die Rahmensäge einfach deutlich besser.

Bild 8: Hier kommen dann die Löcher für das Mittelteil hin.
_Verschiedene Sägeblätter: Es gibt verschiedene Sägeblätter. Die unterscheiden sich nicht nur durch die Länge, sondern vor allem wegen der Zähne. Zudem sollte das Sägeblatt so gestaltet sein, dass das Sägeblatt nicht festklemmt. Das erreicht man so:
- Gewellte: Die Sägezähne verlaufen in leichten Kurven (Wellen).
- Gestaucht: Die Sägezähne sind an den Spitzen etwas breiter.
- Geschränkt: Die Sägezähne sind abwechselnd nach links und rechts gebogen.
Die Zähne sollten je nach Werkstoff unterschiedlich gestaltet sein. Es ist ein Unterschied, ob man nasses oder trockenes Holz zersägt. Das steht eventuell auf der Verpackung. Generell für harte Werkstoffe eine kleine Verzahnung. Für weiche Werkstoffe eine grössere Verzahnung mit entsprechend grossen Abständen. Aber auch hier, keine Regel ohne Ausnahme.

Bild 9: So sieht die Säge fertig aus. Es gibt schon etwas Arbeit. Und doch geht es recht gut.

Bild 10: Detailaufnahme.

Bild 11: Die Säge wieder zerlegt.
_Fazit: Der Test ist schon fast das Fazit. Es hat Spass gemacht die Sägen zu bauen und man lernt immer viel bei solchen Projekten. Schon darum lohnt es sich so etwas umzusetzen. Die Rahmensäge werde ich sicher noch viel einsetzen. Zerlegt ist diese einfach zu transportieren und schnell zusammengebaut. Genau die richtige Säge für Bushcrafter!

Bild 12: Noch eine Detailaufnahme.

Bild 13: Zusammengepackt für den Transport. Aber Vorsicht. Das Sägeblatt sollte nicht so offen sein. Sonst ist das Erstehilfeset bald aufgebraucht.
Hast du dir schon mal eine solche Säge gebaut. Wie sind deine Erfahrungen? Schreibe mir einen Kommentar, das würde mich interessieren.
Viel (nachhaltigen) Spass in der Natur,
Urs
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