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Bushcraft Schweiz Online

Natürlich sind die Tipps nicht meine Erfindungen, aber es sind Sachen die sich bei mir bewährt haben. Ich habe es gerne einfach. Ein «Lager» aufzubauen sollte einfach und schnell gehen. Wer vor allem viel arbeiten will, darf das. Wenn ich gehe soll es so aussehen, als wäre ich nicht dort gewesen. Und da ist Einfachheit ein ganz klarer Vorteil!

Tipp 1 „Tarpaufbau“

A-Frame, Leanto und «Diamant» sind meine favorisierten Tarp- Aufbauten. Ich nutze ein günstiges Tarp mit 390 x 400 cm (das gibt es so nicht mehr zu kaufen. Alternativ ginge auch ein 300 x 300 oder 300 x 400). Nun habe ich mir aber eine weitere interessante Aufbauvariante ausgedacht. Mein Tarp ist sehr einfach und hat etwas wenig Abspannpunkte. Eine Öse an jeder Ecke und eine jeweils in der Mitte jeder Seite. Ich habe mir das mit einem Stück Papier erarbeitet. Gefaltet bis es etwas vernünftiges gab. Natürlich bin ich aber nicht der erste der auf diese Idee gekommen ist, leider!

Bei der folgenden Beschreibung beziehe ich auf die Abspannpunkte auf dem Bild oben.

Die Ösen A werden auf ca. einem Meter Höhe befestigt. Entweder an einem Baum, Ast oder an einem Wanderstock. Dann je mit einem Hering und Schnur abspannen. Bei einem Baum entfällt das abspannen natürlich.

Als nächstes den Punkt B gut gespannt nach hinten ziehen und mit einem Hering im Boden befestigen. Anschliessend alle Punkte C abspannen mit je einem Hering.

Die Ecke D kann auch abgespannt werden oder man klappt diese nach hinten auf das Dach.

Was mir an diesem Aufbau sehr gut gefällt ist, dass ich recht viel Platz habe und es ist auch recht einfach zum Aufbauen. Der Diamant Aufbau ist zwar noch einfacher, aber dieser bietet weniger Platz. Respektive, weniger nutzbaren Platz. Dafür gibt es aber natürlich weniger Standhöhe. Für eine Person ist es ganz geräumig. Zwei geht auch sehr gut. Bei drei wird es langsam knapp. Vor allem wenn es noch vor Regen schützen soll und auch die ganze Ausrüstung drunter muss.

Tipp 2 „Kochhilfe“

Kochhilfe mit Astgabel und Anker: Meistens stelle ich Pfannen und Töpfe direkt ins Feuer. Aber es gibt auch noch andere gute Methoden etwas am Feuer zu kochen. Hier ein Beispiel. Was man dazu braucht? Eine Astgabel, einen Anker und einen Ast. Dass machen wir einfach aus Holz dass wir im Wald finden.

Mit dem Anker kann man gut die Höhe kontrollieren. Das Ganze ist sehr flexibel. Astgabel und Anker sind einfach am oder im Rucksack verstaut. Natürlich kann man sich das alles jedes Mal neu machen. Das bracht dann aber Holz und Zeit. Geht mal etwas kaputt so hat man gleich etwas Brennholz und Ersatz ist im Wald schnell gefunden.

Gut an Holzutensilien ist auch, sind diese mal gut ausgetrocknet, sind sie sehr leicht. Ausser man überdimensioniert alles. Aber das hat man ja selber im Griff!

Tipp 3 „noch eine Kochhilfe“

Kochhilfe mit Hacken. Der Hacken funktioniert natürlich auch mit «Tipp 2» zusammen oder mit einem Dreibein. Wie es halt am einfachsten geht. Der Hacken ist eigentlich eine Astgabel ohne Griff. Mit der Schnur kann man die Höhe regulieren. Einfach aufpassen das die Schnur nicht zu viel Wärme abbekommt. Also eigentlich keine Hexerei. So ein Hacken ist recht schnell gemacht und leicht. Ausser einer Schnur braucht es eigentlich nichts weiter. Der Hacken kann mehrfach verwendet werden oder jeweils neu erstellt werden. Wobei ich ersteres bevorzuge.

Pfannen lege ich jedoch lieber auf die Glut, respektive knapp darüber. Aber ein Wasserkocher oder eine Billycan gehen sehr gut mit den beiden oben vorgestellten Tipps.

Tipp 4?

Im Titel steht doch nur was von drei Tipps! Richtig. Das ist noch ein Bonus Tipp. Nichts Spezielles, aber doch ganz praktisch. Heringe (oder auch Erdnägel genannt) selber machen. Auch die kann man immer wieder schnell neu machen. Ich habe mir aber ein paar gemacht, die ich immer wieder mitnehme und wiederverwende. Die gibt es auch aus Metall, aber das ist natürlich nicht ganz so «Bushcrafmässig».

Einen Stock abschneiden, ca. 10 – 15 cm, etwas mehr als fingerdick. Auf dem Bild ist es ein Stück von einem Haselstrauch, dass ich im Wald gefunden habe.

Eine Fläche schnitzen. Das gibt dem Hering besseren halt im Boden. Es geht auch ohne, aber eben besser mit so einer Fläche.

Eine Seite anspitzen. OK, das sollte uns nicht vor eine grössere Herausvorderung stellen. Der spitz muss nicht so „spitz“ sein wie auf dem Bild. Das macht den Hering sogar noch langlebiger. Auf der anderen Seite die Kanten brechen. So bleibt der Hering länger schön und franst nicht so schnell aus wenn man mal drauf schlagen sollte.

Eine Kerbe für die Schnur reinschnitzen. Die sollte gegenüber der Fläche sein. So macht es am meisten Sinn. zudem habe ich noch die ganze Rinde weggeschnippelt. Muss nicht sein, mache ich aber meistens.

Ist der Stock etwas dicker, kann man ihn auch der länge nach spalten und hat somit schon die Fläche „geschnitzt“.

Härten! Ok, das kann man nicht mit dem härten von Stahl vergleichen. Aber es macht das Holz widerstandsfähiger und somit langlebiger. Am besten geht es wenn es in der Feuerstelle noch viel warme Asche hat, aber kaum noch Glut. Dann kann man die Spitze in die Asche halten und warten. Es kommt zu einem carameligen Geschmak. Das ist ein Zeichen das der Zucker im Holz kristalisiert und die Holzstruktur sich verändert. Wenn das Holz verkohlt, hat man genau das Gegentile erreicht, von dem was man wollte. Aber keine Panick! Das verkohlte Holz abschaben und schon ist alles perfekt. Es geht vor allem um die Spitze, die in den Boden gesteckt wird. Der Rest braucht nicht gehärtet zu werden.

Fazit: Jeder hat wohl seine eigenen und auch bewährten Methoden entwickelt sich im Wald zurecht zu finden. Die Tipps hier sollen eine Hilfe oder eine Anregung sein, die dir das Leben draussen erleichtern sollen. Einfach und praktisch!

Ihr habt sicher auch eigene „Best Practice“. Welche? Schreibt mir doch einen Kommentar, das würde mich interessieren.

Viel (nachhaltigen) Spass in der Natur,
Urs