Den richtigen Umgang mit dem Messer wird noch Thema in einem anderen Beitrag.
Hier zwei ganz einfache und recht schnell zu erstellende Schnitzarbeiten. Aber Achtung: passt auf eure Finger auf. Die sind schnell geschnitten und es ist recht mühsam einhändig ein Pflaster aus der Tasche zu holen und zu befestigen. Zudem braucht man die Hände viel und das fördert leider dass die Wunde immer wieder aufgeht.
Zuerst mal ein kleiner Kochhelfer. Kann man immer mal gebrauchen. Ist schnell gemacht und wenn das Holz mal trocken ist, hat das Teil kaum Gewicht.
Die Werkzeuge: Messer, Klappsäge, Beil und Handschuhe. Ein Baumstumpf dient als «Werkbank».
Material: Ein Stück vom «Hasustruch» oder auch Gemeine Hasel (Corylus avellana), Haselstrauch oder Haselnussstrauch. Ca. 20 cm lang und 3 – 4 cm dick.
Zuerst mal spalten. Das geht recht einfach. Messer ansetzen (nicht verkanten) und mit einem anderen Holzstück draufschlagen. Wenn die Klinge ganz im Holz ist, vorne oder hinten auf die Klinge schlagen. Aber möglichst nicht auf die Spitze.
Dann hat man so ein kleines Brettchen gemacht. Aufpassen auf den Kern des Holzstückes. Der ist weicher als der Rest. Das muss nicht stören, ich würde aber versuchen den weg zu haben.
Dann einsägen …
… , so sollte es in etwa aussehen, …
… dann mit dem Messer alle «wegspalten» …
… und so sieht das Resultat aus.
Bis jetzt haben wir noch nichts geschnitzt. Das machen wir jetzt. Den Griff etwas abrunden und die Rührfläche etwas bearbeiten. Dann sieht es gleich viel schöner aus. Schön ist relativ, aber das war ein sehr schnell gefertigtes Teil und so gesehen ganz ok.
Hier noch ein nicht ganz fertiger Löffel. Das braucht aber etwas mehr Zeit.
Hier das Werkzeug für einen kleinen Schlüsselanhänger: Sackmesser
Material: Ein Stück Holz (Ahorn, Hasel)
Die Seiten wegschnitzen und spalten. Das braucht keinen Schlagstock. Das Messer bringt man auch so von Hand durch. Auf die Finger achtgeben.
Und so sieht es nun aus.
Dann die Flächen noch schön schnitzen. Nach dem Spalten sind die Oberflächen recht rau (faserig). Nach dem schnitzen sieht es schon viel schöner aus. Natürlich mit beiden Händen schnitzen. Ich musste aber die Kamera halten und darum hier ein Bild wie es ähnlich aussehen sollte. Wenn möglich schneiden und nicht drücken, also das Messer auch immer etwas ziehen.
Das Loch bohren. Die Klinge weit vorne am Spitz halten und hin und herdrehen. Von beiden Seiten vorgehen.
Auch ein Beispiel von Rohlingen für Schlüsselanhänger.
Noch eine Variante um einen Anhänger zu schnitzen. Das Loch habe ich mit einer Aale gemacht. Besser gleich am Anfang. Wenn es beim bohren dazu führt dass das Holz sich spaltet ist die ganze Arbeit umsonst.
Hier noch eine Aale um das Loch zu bohren. Mit der Aale muss man sehr vorsichtig umgehen. Das Holzstück ist sehr schnell gespalten.
Nicht zwingend notwendig aber sehr zu empfehlen: ein erste Hilfe-Set. Man hat sich schnell in die Finger geschnitten und dann ist ein Pflaster einfach Gold wert. Ich spreche aus blutiger Erfahrung!
Das sind nur mal einfache Schnitzarbeiten. Es gibt noch viel zum Thema Holzbearbeitung. Das hier war nur ein kleiner Einstieg. Schaut auf eure Finger und dass ihr nie gegen euren Körper schneidet. Natürlich auch auf die Personen drum herum achten. Werkzeug dass nicht gebraucht wird wegräumen und die gefährlichen Teile schützen. Wer sich schon mit einer Säge über die Hand gezogen hat, weiss warum (auch damit habe ich Erfahrung). Auch das Beil sollte man nicht unterschätzen. Also immer mit der Ruhe und wenn man müde wird die Arbeit auf die Seite legen.
Hast du noch andere gute Ideen für kleine Schnitzprojekte? Dann ab in die Kommentare damit.
Viel (nachhaltigen) Spass in der Natur,
Urs
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